Jede achte Arznei-Kombination problematisch

Seit Februar wird in 71 Salzburger Apotheken mit Hilfe der E-Card getestet, ob Patienten mehrere unverträgliche Medikamente einnehmen. Und in jedem achten geprüften Fall wurden Probleme entdeckt. 

90.000 Fälle überprüft
Bei dem Pilotprojekt werden die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten-Kombinationen mit Hilfe einer Datenbank erfasst und geprüft. Der Apotheker kann so beim Kauf der Medikamente nachschauen, ob die dem Patienten verschriebenen Kombinationen gefährlich sind.

Seit Februar wurde dabei knapp 90.000 Mal der Medikamentenkauf von Patienten unter die Lupe genommen: Dabei zeigten sich in jedem achten Fall Probleme bei der Kombination mit anderen Wirkstoffen.
               
               
105 Patienten zum Arzt geschickt
So heben einander manche Arzneimittel in der Wirkung auf, potenzieren sich, sind unverträglich oder werden einfach nur falsch eingenommen: "Klassischer Fall ist das Vitaminpräparat und ein Osteoporose-Medikament oder die Pille und ein Antibiotikum", sagt Volker Schörghofer vom Hauptverband der Sozialversicherungen.

Bisher wurden 105 Patienten zum Arzt geschickt, weil sei eine gesundheitsschädliche Kombination an Medikamenten nehmen sollten. Die Mediziner mussten ihnen daraufhin andere Arzneien verschreiben.

Ausdehnung auf ganz Österreich das Ziel
Für Schörghofer ist der Pilotversuch in Salzburg ein Erfolg: Er will die Medikamentenpberprüfung in Apotheken in ganz Österreich einführen. Denn bei 100 Millionen verkauften Medikamentenpackungen müsste man in 10.000 Fällen mit schweren gesundheitlichen Folgen rechnen, weil sich die Arzneien gar nicht vertragen.

Allerdings müssen vorher noch Ärzte überzeugt werden, bei dem als "Arzneimittel-Sicherheitsgurt" bezeichneten System mitzumachen. Die Ärztekammer wehrt sich aber bisher dagegen - die Mediziner wollen sich nicht von den Apothekern kontrollieren lassen.

Quelle: ORF.at